Seelze [...ein Bahnhof hat was zu sagen]


Beim Bau des Rangierbahnhofs wurde das Bahnbetriebswerk mit eingeplant. Planung und anschließende Durchführung erfolgten, wie die des Bahnhofs, durch die "Königlich Preußische Eisen­bahnverwaltung" (KPEV) - siehe Entwurf vom 13. Juni 1905. Parallel zum Baubeginn des Bahn­hofs erfolgte auch der Bau des Betriebswerks. Im Jahre 1909 wurde unter Heinrich Lange als Dienststellenvorsteher der Betrieb aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt waren die wesentlichsten Bestand­teile des Betriebswerks ein Rundschuppen mit 24 Ständen und eine Drehscheibe von 18 m Durchmesser. Die Züge wurden zunächst von Lokperso­nalen fremder Dienststellen, wie z.B. Bw Hainholz, Wunstorf und Minden nach bzw. ab Seelze gefahren. Um diese fremden Personale mit den Örtlichkeiten des Rangierbahnhofs Seelze vertraut zu machen, verrichteten während der ersten Zeit vom Bw Hannover Hgbf abgeordnete Lokpersonale Lotsendienste.

 

Lokleitung im Verwaltungsgebäude (1964 bis 1978)
Das Personal des Bw Seelze zeichnete auch für die Wagenausbesserung der auf dem Bahnhof beanstandeten Wagen verantwortlich. Deshalb entstand im gleichen Jahr neben dem Lokschuppen eine kleinere Halle mit einer Schiebebühne zum Auswechseln schadhafter Achsen.
Bereits 1911 erkannte man, dass die Kapazität des Lokschuppens bald erschöpft sein würde. So entstanden 1915 ein weiterer kleiner Halbrundschuppen (Lokschuppen II) mit 6 Ständen und eine zu­sätzliche 18 m Drehscheibe. Beheimatet waren zu dieser Zeit in Seelze Lokomotiven der Gattung G 52, G 53 und G 54. Das waren Naßdampflokomotiven mit 3 gekuppelten Achsen, 12 atü Kesseldruck und 12 m3 Tenderinhalt. Es wurden Güter­züge mit bis zu 900 t Höchstlast befördert. Diese noch relativ schwachen Lokomotiven benötigten z.B. für die 100 km von Seelze nach Bremen 5 - 6 Stunden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Züge zur damaligen Zeit noch keine durchgehende Luftdruckbremse hatten, die Lok mit der Handbremse vom Heizer und die Wagen von den Bremsern auf ein Signal des Lokführers gebremst mussten. Kurze Zeit später kamen allerdings schwere Lokomotiven der Gattung G 71 und G 8 mit 4 gekuppelten Achsen nach Seelze.

 


Letzte Änderung am Sonntag, 10. September 2017 um 18:21:17 Uhr.